TU Wien Academic Press - Architektinnen jenseits des Scheinwerferlichts: Schreiben an einer globalen Geschichte
Shownotes
Einleitung
Die aktuelle Episode von "Architektinnen jenseits des Scheinwerferlichts" wirft Licht auf die oft übersehenen Beiträge von Frauen in der Architekturgeschichte. Mit uns sind Leonie Mühlegger und Dr. Thomas Moser, die Einblicke in ihr Buch "Descentering Feminist Architectural History" geben. Diese Folge ist besonders relevant angesichts des zunehmenden Interesses an Diversität und Inklusion in akademischen und professionellen Kreisen.
Frauen in der Architektur - Ein kaum sichtbares Erbe
Dr. Thomas Moser beschreibt eine Prüfungsfrage an der TU Wien, bei der Architekturstudenten Schwierigkeiten hatten, mehr als drei Architektinnen zu benennen. Diese Beobachtung führte zur Idee für das Buch, das darauf abzielt, den etablierten Kanon zu hinterfragen und aufzuzeigen, wie stark patriarchale Strukturen in der Architekturgeschichte verankert sind.
Feministische und queerfeministische Architekturforschung
Neben biografischen Aufarbeitungen setzt das Buch auf eine gendersensible und machtsensitive Forschung, die nicht nur den Fokus auf Frauen, sondern auch auf Machtstrukturen legt, die sich in der Architektur niederschlagen. Queerfeministische Forschung thematisiert zudem Geschlechtervielfalt und hinterfragt traditionelle Binaritäten.
Das Buch als globales Panorama
Mit 26 Porträts beleuchtet das Buch Architektinnen weltweit, von der Sowjetunion bis Indien. Dr. Moser und Mühlegger heben hervor, wie ihre Geschichten geografische und historische Grenzen überwinden und zu einem umfassenderen Verständnis der Architekturgeschichte beitragen.
Geschichten jenseits des Kanons
Besonders die Erzählungen von Leonie Mühlegger über Helene Rosenau und Octavia Hill verdeutlichen die Bandbreite des architektonischen Handelns. Während Rosenau die städtebaulichen Debatten im 20. Jahrhundert mit prägte, trug Hill entscheidend zur Arbeiterbewegung bei, indem sie soziale Wohnungsprojekte initiierte.
Key Takeaways
- Architektinnen wurden historisch oft übersehen oder marginalisiert.
- Feministische Architekturforschung betont Geschlechtervielfalt und Machtstrukturen.
- Das Buch bietet biografische Einblicke in 26 Architektinnen weltweit.
Über die Gäste
Leonie Mühlegger: Universitätsassistentin am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur an der katholischen Privatuniversität Linz. Dr. Thomas Moser: Assistenzprofessor für Kunst, Medien und Designgeschichte an der New Design University in Sankt Pölten. Mitherausgeber des Buches "Descentering Feminist Architectural History".
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen zu einer Podcastfolge zur Frankfurter Buchmesse.
00:00:07: Mein Name ist Axel Jo Mayer, meine Gäste heute sind Leonie Müllecker Universitätsassistenten am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur an der katholischen Privatuniversität Linz.
00:00:20: ein langer Satz aber war sie promoviert zur queer feministischen Stadtbildern.
00:00:26: Und dann haben wir zu Gast Thomas Moser, Kunsthistoriker und Assistenzprofessor für Kunstmedien- und Designgeschichte an der New Design University in San Pölten.
00:00:37: Er hat mit Sabine Plakholm Forsthuber und Harald R Stülinge das Buch Of The Centering Feminist Architectural History herausgegeben.
00:00:47: Erschien ist das Ganze bei TU Wien Academic Press – ganz schön viel englische Sachen drin!
00:00:54: Um dieses Buch geht es jetzt Und unser Gast, Leonie Mülleger zum Beispiel hat darin über die Kunsthistorikerin Helene Rosenau und die Sozialreformerin Octavia Hill geschrieben.
00:01:05: Thomas Leoni!
00:01:07: Wir haben uns auf das Luge einigt.
00:01:09: – herzlich willkommen.
00:01:10: Hallo!
00:01:12: Thomas in eurer Einleitung zu OF beschreibt ihr eine Prüfungssituation an der TU Wien.
00:01:19: Architekturstudenten also angehende Fachleute sollen drei Architekten nennen Und das fällt ihn wohl recht schwer.
00:01:28: Welche Rolle hat diese Erfahrung für die Entstehung von Of gespielt?
00:01:32: Näh, wir haben diese Prüfungssituation... Diese Prüfungstrage ist natürlich schien eigentlich immer so fast eine redundante Frage.
00:01:39: hätte man nach Männern gefragt und nach Architekten gefragt weil unter Laien ebenso wahrscheinlich wie den Studierenden endlos viele Namen eingefallen wären.
00:01:47: Die Idee war sagen so ein bisschen auch zur Reflexion dadurch anzubegen.
00:01:52: Die Erwartung war eigentlich, dass es eine Frage ist bei der man ein bisschen auf Punkte leicht sicher arbeiten kann und sind dann aber eher überrascht gewesen das sich gar nicht zu wahnsinnig viele Studierende dieser Namen entzünden konnte oder überhaupt welche gekannt haben und im Regelfall... Das ist eigentlich sozusagen da der springende Punkt gewesen für die Tagung aus der dann auch des Buches vorgegangen ist, dass die Studierenden wenn sie Namen gekannt haben, eigentlich immer dieselben ein zwei drei gleiche Namen genannt haben.
00:02:20: Vielleicht hat die das gefallen?
00:02:22: Eileen Gray zu der jetzt eben auch noch eine weitere Film dazu gekommen ist oder vielleicht Denise Scott Browner.
00:02:27: Wir hatten das Gefühl anders als es vielleicht historisch der Fall war und vor ein paar Jahrzehnten vielleicht noch gar keine nennen konnte hatte man das Gefühl nach einer oder zwei Semestern haben die Studierenden eigentlich immer nur zweiter drei nennen können.
00:02:40: von dort aus haben wir überlegt, wie kann man eigentlich diesen Kanon der Architektinnen aufbrechen, das sich offensichtlich schon ausgeprägt hat?
00:02:50: Vielleicht eine Ergänzung noch, dass ein paar Studierende dann auch die Namen von männlichen Architekten aufgeschrieben haben aber den Vornamen in einen Weiblichen verwandelt haben.
00:03:00: Also dann zum Beispiel ich glaube an eine kann ich mich nur erinnern an Louise Sullivan statt Louis Sullivan.
00:03:06: also das da dann wirklich eine große Wissenslücke danach auftaucht gerade im Anbetracht dessen das ist eigentlich schon Um nineteenhundert herum dann erste Architektinnen auch tatsächlich gibt, die aber dann keinen Eingang in die Architektorgeschichte, Geschichtsschreibung gefunden haben.
00:03:24: Okay jetzt ist ja nicht jeder so im Thema drin wie ihr.
00:03:27: und gehen wir vielleicht mal ein bisschen tiefer rein.
00:03:29: da die Frage was isst denn feministischer Architekto-Geschichte überhaupt?
00:03:34: Und wie steht das jetzt im Zusammenhang mit dem Titel Off?
00:03:39: Ich kann ja versuchen vielleicht einen kleinen Aufschlag dafür zu machen So eine Rolle also.
00:03:43: erstmal klingt natürlich die feministische Architektur geschichte stark danach als wird es nur um Frauen beziehungsweise weiblich gelesen Person gehen.
00:03:51: das ist eben eigentlich auch schon Forschung historisch in der Form nicht zutreffen sondern wir haben eigentlich.
00:03:58: Schon früher tendenzen sich mit sozusagen nicht allen die sich nicht männliche identifizieren in der architektu auseinanderzusetzen wirklich formieren.
00:04:05: als ein Forschungsbereich tut sich das Ganze in den Siebzigerjahren vor allem.
00:04:09: Es ist aber eben sehr viel weniger auf so ein biografisches Herausarbeiten nur von Personen, von Namen die übersehen worden sind zu verstehen sondern tatsächlich eigentlich eine überhaupt gender-sensible Forschung und vor allem auch eine Machtstruktur sensibler Forschung.
00:04:26: also es geht eben auch grundsätzlich wie Hierarchien und dergleichen sich niedergeschlagen haben mit dem Architekturbetrieb in der Praxis Dort niederschlagen also sozusagen viel breiter aufgestellt und heute würde man alternativ vielleicht auch von einer queer feministischen Forschung sprechen, nicht nur von einer feministischen.
00:04:46: Uns geht es eben sehr um den historischen Rückbezug zu einer feministischem Forschung wie sie vielleicht in dem späteren letzten Drittel des zwanzigsten Jahrhunderts dann noch praktiziert worden ist.
00:04:56: und die Idee des Kanons wird das oft so sagen dass die Idee von diesem Begriff off war vor allem zu gucken, dass es so was wie eine vielleicht akademische oder sozusagen Bühne gibt auf der Leute kanonisiert worden sind die gewissermaßen metaphorisch gesprochen und in Rampenlicht
00:05:14: stehen.
00:05:15: Und was wir eigentlich versucht haben zu sagen ist naja man weiß nur von einer Hand voll Frauen aber hat auch viel mehr Frauen gegeben die in dem Bereich tätig gewesen sind und auch heute tätig sind um diese sozusagen Stimmen aus dem Off wäre es gegangen Um das vielleicht noch hinzuzufügen, ist es ja im Prinzip ein doppelter Ansatz von diesem Band.
00:05:35: Und der eine ist eben sozusagen so, dass zu dezentralisieren in dem Sinne des Kanons sozusagen vom großen Namen wegzukommen aber auch eine geografische Dezentralisierung zu machen also eine Architekturgeschichte, vor allem wie wir sie hier kennen natürlich sehr stark auf sagen... in Nordhalbkugel und vor allem auf den westliche Kulturkreise beschränkt gewesen hat, v.a.
00:05:58: amerikanische und europäische, also nordamerikanischer und europäischen Architektinnen untersucht.
00:06:03: Und auch das war die Idee des Aufzubrechen und deswegen haben wir ganz tolle Beiträge, die sich auch mit Architekten aus China, aus Indien, Kolumbien, Äthiopien beschäftigen und auseinandersetzen und zeigen dass es hier ist nicht überhaupt nur mein Aufbrechen sozusagen einer westlichen Praxis sich gar nicht nur darum dreht, sondern dass wir eigentlich sozusagen ein auch geografisch eigentlich viel dezentralisierter Begriff noch einmal zu verwenden.
00:06:29: Das eigentlich uns anschauen müssen.
00:06:30: Okay.
00:06:31: Sag mal Leonie Thomas hat jetzt den Begriff queer feministisch benutzt.
00:06:36: Kannst du das nochmal näher erläutern?
00:06:38: Wir begreifen auch in dem Buch Gender als ein soziales Konstrukt also dass es nicht binäre Geschlechter im Sinne von Mann und Frau gibt Und genau darauf möchte ich das dann auch hinweisen, dass es eigentlich mehrere verschiedene Perspektiven dann auch tatsächlich gibt als jetzt die einen in einem Feminismus.
00:06:57: Das hat sich auch in der Geschichte der feministischen Forschung ein bisschen verschoben, dass das erste Feminismen dann gab, die stärker dann eben noch auf Binaritäten fokussiert haben.
00:07:06: und jetzt aktuell ist es dann in der feministische Forschung, sprich man oft von einer bifeministischen Forschungen um diese Binarität dann aufzubrechen.
00:07:17: Okay.
00:07:17: Jetzt ist ja so, wenn man ein bekanntes Gebäude sieht fällt dann in der Regel der Name des einen Architekten ein aber er oder sie wird es ja wohl kaum alleine geschafft haben gebaut gemacht haben.
00:07:30: wer ist an solch einem Projekt eigentlich noch alles beteiligt?
00:07:34: Es sind ganz viele Personen die dahinter stehen.
00:07:36: es beginnt zum einen schon mal mit einer Person den einen Namen dem man da kennt.
00:07:41: das ist hier nicht eine Person die tatsächlich eingebaut hat plant und baut, sondern da könnte man sagen, dass steht dann ein ganzes Büro dahinter.
00:07:49: Also das sind dann ganz viele Mitarbeiterinnen die da mitplanen sowohl in der Vorplanung als auch dann in der Ausführung.
00:07:57: Dann sind verschiedene Gewerbe daran beteiligt also die Architekt-Innen planen das Gebäude.
00:08:03: Da gibt es aber noch Bauingenieurinnen, Statikerinnen.
00:08:08: Dann kann vielleicht auch noch von der Landschaftsarchitektur jemandem einbezogen sein von soziologischen Fragen oder im Schulbau ist das dann auch ganz wichtig, dass verschiedene Personen die ihre Expertisen da direkt aus dem Bildungswesen zum Beispiel einbringen.
00:08:24: Also es ist eigentlich ein sehr facettenreiches Bild und Feld, aus dem dann Architektur herauskommt.
00:08:33: Aber genau da kommen wir dann auch wieder zu der Frage nach der feministischen Architekturforschung oder auch Architektschichtsschreibung, die eben auch hier versucht nicht nur diesen einen Namen in den Blick zu nehmen sondern rundherum die Akteuerinnen aufzusehen und mit einzubeziehen.
00:08:51: Und so kann man dann auch unter Umständen neue Fragestellungen, wie nicht zum Beispiel wer hat dieses eine Gebäude gebaut.
00:08:59: Sondern vielleicht auch, wie ist dieses Gebäud eigentlich zu benutzen?
00:09:02: Also von einer Benutzerinnern-Seite durchaus dann ganz neue Personengruppen mit in die Architekturgeschichtsschreibung hineinzunehmen, die lange Zeit ausgeklammert worden sind oder als gar nicht wichtig angedacht worden sind, wie zum Beispiel Arbeiterinnen, FabriksarbeiterInnen, PädagogInnen
00:09:21: etc.,
00:09:21: oder SchülerInnen.
00:09:23: Man kann vielleicht ergänzen, dass diese Problemstellung, wie sie bislang praktiziert worden ist, die Junior beschrieben hat.
00:09:33: Dass die Architekturgeschichte ebenso wie die Kunstgeschichte und Designgeschichte sehr stark von einem sehr stark auf Männer- und patriarchale Strukturen abhebenden Geniebelgeriff natürlich eigenwürdig abgehoben haben.
00:09:46: Und aus dieser Idee des Genies heraus Das hat sich nie so gut vertragen mit der Vorstellung, dass dieses Genie natürlich überhaupt nicht alleine arbeitet.
00:09:54: Und ich glaube das dieser Geniebegriff den wir eigentlich ja in der Romantik entwickelt haben also im frühen Ninzehnt Jahrhundert und der auch sozusagen nach wie vor total allgegenwärtig ist wenn wir über MusikerInnen sprechen usw.
00:10:07: und anderen künstlerischen Bereichen denken, was eben auch in der Architektur stark überlagert hat und vielleicht sogar die Architektor einer der Bereiche So dann noch stärker und überlagern da eigentlich.
00:10:20: Und die Tatsachen, wo wir uns vielleicht noch vorstellen können, dass ein berühmter Sänger oder nicht alles an der Musik selber geschrieben hat?
00:10:31: Ich bin ja leier in dem Bereich aber zum Beispiel für mich ist Sakrada Familie und Gaudi das immer eine Einheit.
00:10:37: Man immer fühlt Gaudy hat das alleine gemacht.
00:10:39: Da wäre es schon längst tot und jetzt haben sie das erst fertiggestellt.
00:10:45: Also wenn ich richtig gezählt habe, sind das ja so sechsundzwanzig Porträts in eurem Buch.
00:10:49: Und es geht da über geografische und historische Grenzen weg.
00:10:53: Ich finde das wirklich beeindruckend!
00:10:55: Gibt es denn darin eine Geschichte die euch, sagen wir mal besonders berührt hat?
00:11:00: Am liebsten würde man jetzt natürlich sechsund zwanzig Geschichten erzählen weil die natürlich alle total interessant und auf ihre Weise spannend sind auch je nachdem was für ein eigener Perspektiv immer mitbringt.
00:11:10: Deswegen lässt sich das gar nicht so wie der Sell sagen Und vielleicht sei noch mal kurz vorweg geschickt, die Idee des Buches ist natürlich so eine Zweiteilung.
00:11:16: Es gibt in diese sechsundzwanzig Biografien und im Anschluss auch eine ganze Reihe von Aufsätzen für wissenschaftlichen Paperen, die zeigen sich auch nochmal nicht nur einzelne Biographien widmen sondern größeres Panorama aufspannen.
00:11:28: Auch ein bisschen zum Verständnis liest gewissermaßen gemeint gewesen also wie das Buch sozusagen angelegt ist.
00:11:34: Ich kann aus zumindest meiner Perspektive sagen dass mich und es liegt an meiner eigenen Arbeit weil ich mich jetzt gerade mit einem Buch einen weiteren Buchprojekt mit Kunst und Raumfahrt in der Nachkriegsmoderne beschäftigt habe.
00:11:45: Und dort fand ich jetzt beispielsweise die Person von Galina Balaschow war hochinteressant, die in der Sorghiet-Raumfahrt bereits seit den Sechzigerjahren dort architektonisch mitgewirkt hat und vor allem in den Architekternisch mitgearbeitet hat und die Ausstattungen entworfen hat eigentlich noch bis zu mir noch mit tätig gewesen ist.
00:12:06: Das finde ich deswegen besonders interessant aus zwei Gründen.
00:12:10: Einerseits, weil sich dort eben sehr stark zeigt dass sich hier eigentlich zwei Bereiche berühren die beide enorm eigentlich patriarchal gedacht werden und in unserer Vorstellung eigentlich nur von Männern getrieben werden.
00:12:22: Sowohl die Architektur als auch die Raumfahrt in der die Forschung haben das jetzt gerade wird ja versucht es mit dem Atemesprojekt so ein bisschen aufzubrechen.
00:12:31: aber wir die Forschungen haben das in den sechziger Jahren eigentlich junge weiße männer im besten alter in den weltraum geflogen worden sind die nase nur leute rekrutiert hat, die echter vor fiegerhelden gewesen sind.
00:12:43: In zweit Weltkrieg und diese vorstellung eigentlich historisch schon gar nicht stimmt und sagen hier zwei bereiche zusammenkommen.
00:12:49: Und es ist auch deswegen interessant vielleicht das wäre auch noch mal ein indiz oder einen indikator für das was eigentlich für feministische forschung möchte und wofür sich Nikolay Kifirn ist schon noch interessiert.
00:13:02: Es wird eben auch dort immer wieder die Frage des Zugangs, sozusagen sehr virulent, weil Berlosche war gar nicht gefragt worden als Architektin, ob sie das machen möchte, obwohl sie es eben sehr früh in Moskau architektur studiert hat, auch zu einer der ersten Generation gehabt hat, in der eine Frau diesen Abschluss erwerben konnte, sondern eigentlich in diesem großen Raumfahrtunternehmen ihr Mann gearbeitet hatte – in der Raumfahrтabteilung und die mit den Entwürfen nicht zufrieden waren Und eigentlich keine Architekten beteiligt waren sie in einem anderen Bereich gar nicht dezidiert als Architektin gearbeitet hat.
00:13:34: Im Prinzip sozusagen, Sie über Ihren Mann in diese Position eingeladen worden ist und dann eher sozusagen in Ihrer Freizeit übers Wochenende angenommen und dann hat man sich dort das Architekte nachher gestellt.
00:13:45: Okay Leonie du schreibst im Band über Helene Rosenau und Octavia Hill.
00:13:50: Das sind ja zwei sehr unterschiedliche Figuren.
00:13:53: Was aber verbindet die beiden deiner Meinung nach und was zeigen sie über die Bandbreite von architektonischem Handeln?
00:14:01: Ich denke, dass man über die beiden Figuren nochmal diesen Begriff Decentering auch so ein bisschen in den Blick nehmen kann.
00:14:08: Einerseits war Octavia Hill Sozialreformerin Sehat Ab Ich glaube, mit zwölf begonnen in einer Fabrik zu arbeiten und hat sich da dann mit den Gegebenheiten in dieser Fabrik auseinandergesetzt und mit den Lebensumständen.
00:14:20: Und wird aus diesem Interesse heraus dann Sozialreformerin und arbeitet mit verschiedenen Architekten zusammen um Wohnungsbau für genau diese Fabrikerbeiterinnen zu entwickeln.
00:14:33: Schreibt dann auch einige Bücher über die Konservierung von Landschaft und wie wichtig dann auch der Naturraum für die Gesundheit ist.
00:14:41: es passiert so vor, in den letzten Jahren.
00:14:45: Sie arbeitet quasi an den Rändern von Architektur und gibt aber ganz wichtige Impulse dann für die weitere Arbeiterinnenbewegung schlussendlich auch in London, England.
00:14:57: Während dem Helen Rosenau ein bisschen jünger ist, ist das im Jahr war geboren also sie lösen sich fast bei Neu ab Und mit Helen Rosenau lässt sich so ein Stück Geschichte des Fachskunst- und Architekturgeschichte nachzeichnen.
00:15:14: Und wie sie dann aber auch in die Architektorplanungen, Stadtplanungen des XX Jahrhunderts eingeht oder auch nicht?
00:15:23: Sie wird dann Professorin in London und schreibt einen Buch über die ideale Stadt, den er sich darüber Gedanken macht wie eigentlich die ideale Stadt des zwanzigsten Jahrhunderts dann auch beschaffen ist und nimmt so am Wiederaufbau, das Kurs nach dem Zweiten Weltkrieg teil.
00:15:41: Also sie arbeitet mit Architektur aber auch wieder an einem Rand.
00:15:46: der Architektor kommt dann aber ins Zentrum-Architekturt in diesen Rand.
00:15:50: also es lassen sich eigentlich sehr viele Geschichten mit ihr dann ausschlussendlich erzählen nicht nur die Geschichte des Faches sondern verschiedenen Aspekte des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:16:00: Sie selbst Jüdin wird verfolgt, wird politisch verfolkt und kann dann erst später wieder Fußfasten in London mit Architektur also auch da sieht man dann nochmal wäre eigentlich alles an diesem Aushandlungsprozess um die Gestaltung unserer Städte auch beteiligt sein kann oder wie das dann auch verhindert wird.
00:16:20: Das lässt sich denn auch Biografie ganz gut sehen, wie männliche Kollegen sie dann auch herausdrängern wollen und Dinge nicht weiter verbreiten.
00:16:30: Nicht publizieren.
00:16:31: Nicht zitieren die Sie schreiben sondern sich eher diffamierend äußern oder dann auch ihre Forschungen unter anderen Namen dann ähnlich kopieren ohne sie zu
00:16:42: erwähnen.".
00:16:44: Ich finde ein Muster zieht sich durchs Buch.
00:16:46: Frauen haben oft selbst über Architektur geschrieben, werden aber viel seltener zitiert oder referenziert als ihre männlichen Kollegen.
00:16:54: Habt ihr eine Idee, woran das liegen könnte und was bedeutet das für die Deutungshoheit über die Geschichte des Fachs?
00:17:02: Ich beginne mal!
00:17:05: lässt sich das in verschiedenen Literatur-Listen beobachten, dass da hauptsächlich männliche Autoren dann auch draufstehen.
00:17:11: Wenn man hinten in Bücher hineinblättert und mal schaut, wer wurde denn eigentlich zitiert?
00:17:17: Sind es hauptächlich Männer!
00:17:18: In Publikationen zu Architekturtheorie und Architektorgeschichte werden haubsächlich auch Texte von Männern erwähnt und Texte vom Frauen kommend gar nicht hinein.
00:17:29: Das heißt, da wird dann nochmal ein viel engerer Kanon dann auch geknüpft.
00:17:33: wenn man zum Beispiel eine Architekturgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts aufschlägt, niemehr nicht ganz sicher dass da nur Männer drinnen sind oder können auf ein paar Titel aufzählen.
00:17:43: Das liegt an verschiedenen Strukturen einerseits das Männer dann Männer zitiert haben.
00:17:48: es lässt sich auch eben an so diesen Publikationsforschungen ganz gut zeigen.
00:17:54: genau
00:17:55: und wo seht ihr die größeren Herausforderung?
00:17:58: die Forschung selbst voranzutreiben oder ihre Ergebnisse dauerhaften Lehre und öffentliche Vermittlung zu bringen.
00:18:05: Für mich geht das eigentlich nur Hand in Hand, also sowohl die Forschungen weiterzutreiben als auch genau dann diese Ergebnisse mit in die Lehre hineinzunehmen.
00:18:14: Das versuche ich dann auch in meiner eigenen Lehre an der Universität mit einzubeziehen dass ich selbst dann über Blick, Geschichten, über die Architektur des zwanzigsten Jahrhunderts und auch davor nicht mit männlichen Architekten nachzeichne.
00:18:30: Sondern versucht dieses Bild ein wenig mehr gerade zu rücken und dieses verrückte Bild dann in einen vielleicht stärker der tatsächlichen Wahrheit dann auch entsprechendes Bild zu verbinden.
00:18:43: also im Sinne von der Sicht durchaus über Architekteinanspreche dass dann vielleicht auch neue Themen hineinkommen.
00:18:50: Das müssen doch nicht immer die drei gleichen Namen sein, sondern können dann auch breitere Bandbreiten der Architekturgeschichte dann abbilden.
00:18:59: Ja den würde ich mich anschließen.
00:19:00: Ich denke auch das man die Dinge auf jeden Fall zusammen denken muss.
00:19:03: in der Realität ist es von Projekt zu überlegen wie sich das bewerkstelligen lässt.
00:19:08: im Fall von diesem Buchprojekt das eben gesagt aus einer Tagung hervorgegangen ist haben wir's eben auch so gemacht Dass wir sozusagen in dem Band die überlegt haben, wo sind die Architektinnen?
00:19:19: Die wir nicht kennen.
00:19:20: Wo sind die Beteiligten, die wir noch nicht kennen?
00:19:23: und im Semester, indem das Tagung stattgefunden hat, haben wir mit unseren Studierenden Seminar gemacht und haben uns erst mal den Kanon erschlossen mit den Studierendem.
00:19:31: Und ihr guckt welche sind denn die wir schon kennen und haben dann mit den Architektoo-Studierenden im Seminar auch tatsächlich eine Plakatausstellung erarbeitet gewissermaßen schon kanonisierten Architektinnen und haben diese Plakatausstellung in den Räumen der Tagung selbst ausgestellt, sodass wir auch wirklich sozusagen im Räumlich vor der Folie oder vor dem Hintergrund der bereits erschlossenen Architekten dann mit den Kolleginnen aus der Forschung diskutiert haben.
00:19:58: Und das hatte eben nicht nur einen symbolischen Akt zusammenzubringen im Raum sondern es hat eben auch bedeutet dass die Studierenden auf eine Tagung gekommen sind.
00:20:06: Das ist eben nicht so selbstverständlich wie man sich vielleicht erhoffen möchte dass Studierende eben auch an dem Wochenende oder am Freitag Nachmittag auf eine Fachtragung gehen und sich dann den Diskurs stellen.
00:20:16: Und da haben wir natürlich ganz tolle Phänomene gehabt, das die Kollegen nennen, die zum Teil aus den USA oder sonstwo angereist sind, renommierte Forscherinnen da waren und dann jedes Mal sozusagen gleich einen Icebreaker mit den Studierenden hatten oder beim Café in den Pausen zu sagen welches Plakat ist denn von dir?
00:20:33: Mit welcher Architektion hast du dich denn beschäftigt?
00:20:35: Und plötzlich gab es einen Austausch und sozusagen Durchlässigkeit auch über verschiedene Statusgruppen hinweg.
00:20:43: Und wie geht es jetzt für euch weiter nach OFF?
00:20:45: Wann geht's wieder an?
00:20:47: Es ist schon wieder an, würde ich sagen.
00:20:50: Viele der Erkenntnisse nehme ich jetzt mit von OFF für weitere Projekte.
00:20:55: Ganz wichtig denke ich dann auch die Etablierung der Architekturgeschichte, der feministischen Architektorgeschichte für zukünftige Architektenan und auch hier das Bild- und Arbeitsweisen dann auch Fassettenreicher zu gestalten, zu können.
00:21:10: und auch für mein eigenes Arbeiten war das sehr wichtig.
00:21:13: Ich will daraus nämlich dann mit jetzt im Dissertationsprojekt und in die Lehre an der KU in Linz.
00:21:20: Genau!
00:21:21: Und wir haben für uns einen kleinen Q auch geschafft uns mit der TU Wien Academic Press auch darauf verständigen zu können in einer größeren Runde eine Publikationsreihe zu nassieren die Space and Gender heißt, in der eben tatsächlich auch zu einer internationalen Sichtbarkeit jetzt auch der Forschung in diesem Bereich weiter beigetragen werden kann.
00:21:41: Mit einem Fokus natürlich auf Forschung, die jetzt von Wien ausgeht und Österreich.
00:21:45: aber das wäre sozusagen die Idee dass auch nachhaltig und trittmittel spreche würde man sagen Struktur wirksam zu etablierend.
00:21:53: Wenn
00:21:54: sich Menschen für dieses Buch interessieren wie können sie es erwerben?
00:21:57: Und wo findet man euch?
00:21:58: verrückfragen
00:22:00: Werden ist ganz einfach.
00:22:01: Man kann es auf der Internetseite, der TU Wien Academic Press in Print bestellen.
00:22:06: Das sind wirklich auch aus der gewöhnlich schönes Buch, wenn ich so eine Eigenwerbung machen darf.
00:22:11: Es ist aber auch im Open Access auch auf derselben Seite verfügbar und das ist natürlich eine Vorstellung sozusagen niedrig-schwelliger Forschung für die, wie sozusagen auch ja aus der öffentlichen Hand bezahlt worden ist und deswegen natürlich auch wieder verfügbare gemacht werden soll.
00:22:25: also für jeden sich interessieren alle herzlich eingeladen, zumindest mal durch zu scrollen.
00:22:31: Und erreichen kann man uns natürlich über unsere Dienst-Email-Adressen über die NDU oder NDU-Unisfall, also die Karolins.
00:22:38: Okay!
00:22:39: Ja dann danke ich euch beiden ganz herzlich dass ihr reingeschaut habt
00:22:43: dem
00:22:44: Gespräch zur Verfügung gestanden habt und wünsche euch viel Erfolg den Buch mit euren Projekten.
00:22:50: und vielen Dank fürs Zuhören an die Zuhörerinnen bis zum nächsten Mal.
00:22:55: Danke schön.
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